Aktuelle Projekte

Die Luftpiraten von Marienbad
Geschichte einer Flugzeugentführung

Sendetermin: Mittwoch, 1. Februar 2017, 22.03 Uhr, SWR2 Feature - 55 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Regie: Iris Drögekamp

8. Juni 1972: Im tschechischen Marienbad startet eine kleine Passagiermaschine zu einem Inlandsflug nach Prag. Plötzlich steht ein junger Mann mit einer Pistole im Cockpit. Lubomír Adamica, 22 Jahre alt, gehört zu einer Gruppe von zehn Entführern, die eine Ausreise in den Westen erzwingen wollen. Als sich Chef-Pilot Ján Mičica zu widersetzen versucht, fällt ein Schuss. Mičica wird von einer Kugel getroffen und stirbt.



Foto: Anflug auf den Verkehrslandeplatz Weiden/Latsch in der Oberpfalz
© (2012) Leonhard Burger, Tännesberg

Ko-Pilot Ján Chrobák gelingt es schließlich, die Maschine - dem Wunsch der Entführer gemäß - über die Grenze nach Deutschland zu fliegen und bei Weiden in der Oberpfalz notzulanden. Die zehn jungen Entführer - alle im Alter zwischen 17 und 22 Jahren - werden verhaftet und zu Freiheitsstrafen zwischen 3 und 7 Jahren verurteilt. Ihre Schuld am Tod des Piloten scheint erwiesen zu sein.

40 Jahre später wird der Fall medial noch einmal neu aufgerollt. Ein zweiter Obduktionsbericht, gefunden in den Prager Geheimdienstarchiven, läßt die damaligen Ereignisse in neuem Licht erscheinen - mit überraschendem Ergebnis.


Foto (v.l.n.r.): Olga Setnická (mit Sohn David), Jaromír »Renda« Kerbl, Milan »Miláček« Trčka, Jiří »Houba« Vochomůrka, Jarek / Jaromir Dvořák, Jiří »Béďa« Beran, Alena Černá, František Hanzlík, Alena Heinzová. - Auf dem Foto fehlt Lubomír Adamica.
©: Petr Vrána / Media Archiv z.s. Prag

 

Auf großer Bühne
Wie Slow Joe aus Buxtehude nach Südkorea kam

Sendetermin: Montag, 13. März 2017, 10.05 und 19.20 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann

Jörn Sommer war zwei Jahre alt, als er von einem Auto angefahren wurde. Seitdem gilt er als geistig leicht behindert, er hat Sprach- und Gehstörungen.

In seiner Freizeit macht Jörn Musik. Er hat Schlagzeug und Klavier gelernt. Er hatte Gesangsunterricht und schreibt eigene Lieder. Im Sommer 2015 stand er bei einem Musikfestival in Südkorea mit anderen geistig und körperlich behinderten Musikern aus der ganzen Welt erstmals auf großer Bühne. Er riss das Publikum mit. Aber in Deutschland wurde sein Auftritt kaum wahrgenommen. War alles nur ein Traum?


Jörn sang bei seinem Auftritt in Pyeongchang das Lied, das wie er selbst "Sommer“ heißt
Foto: Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea

Siehe dazu auch:
"Die Geschichte von Laila und Slow Joe"

 

Die Supergeheimen
Der Militärische Nachrichtendienst der DDR

SWR2 Feature - 53 Minuten
Noch kein Sendetermin

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels

Er war eines der bestgehütetsten Geheimnisse im Kalten Krieg - der Militärische Nachrichtendienst der DDR. Sein Auftrag lautete, alle Potenzen der Bundeswehr und der NATO, ihre Strukturen, Führungskonzeptionen und militärischen Pläne auszuforschen.

Dafür verfügte dieser Dienst über ein Netz von über 200 Spionen im Westen und stand damit zugleich auch in Konkurrenz zum gewichtigeren Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und seiner von Markus Wolf geleiteten Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Doch während die HVA-Zentrale bei ihren Gegnern im Westen bekannt war, hatte man dort kaum Hinweise auf die Existenz des Militärischen Nachrichtendienstes der DDR.

Ein Hörfunkfeature über ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte.