^"Eure Sendung, junge Leute!"

Die Geschichte von Radio DT 64

Produktion SWR2 - Sendung: 06.05.2003, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Mit: Dietmar Ringel, Joachim Dresdner, Gretel Baumgart, Sigmar Krause, Silke Hasselmann, Lutz Schramm, Olaf Leitner
Sprecher: Günter Schneidewind
Ton und Technik: Burkhard Pitzer-Landeck, Birgit Schilling
Regie: Alexander Schumacher

Sendung anhören: [hier]
Manuskript im .pdf-Format: [hier]

Siehe auch: [DT64 – Das Jugendradio aus dem Osten 1964-1993]

Noch viele Jahre nach seiner Einstellung ist das Jugendradio DT 64 den meisten ostdeutschen Radiohörern ein Begriff. Auch wenn sich der Sender zu DDR-Zeiten nicht völlig von den politischen Vorgaben der SED befreien konnte, bot er doch eine frech-fröhliche Alternative zu den gleichgeschalteten Programmen des übrigen DDR-Rundfunks. Zunächst war DT 64 nicht mehr als ein Sonderprogramm zum "Deutschlandtreffen der Jugend" 1964 in Berlin, danach wurde es zu einem täglichen Magazinangebot im Nachmittagsprogramm des Berliner Rundfunks. Die Redaktion aber verstand sich als Begleiter und Anwalt ihrer jungen Hörer, was den politisch Verantwortlichen in der DDR missfiel und zu heftigen Auseinandersetzungen führte. Ein völliges Verbot von DT 64 ließ sich aber aufgrund seiner großen Beliebtheit nicht durchsetzen. Im Gegenteil: In den achtziger Jahren wurde DT 64 ein eigenständiger Sender und zum Identifikationssymbol der ostdeutschen Jugendlichen. Als er nach der Wende abgeschaltet werden sollte, gingen Tausende für den Erhalt ihres Radioprogramms auf die Straße.
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Bilder: Zwei verschiedene Logos des Jugendradios DT 64
Quelle: wikipedia.org

 

"Deine Lügen starben nicht..."

Die Abrechnung des Niklas Frank


Produktion SWR2 - Sendung: 21.01.2003, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten
Wiederholungen: 19.07.2005, 14.05 Uhr, SWR2 / 03.09.2008, 22.05 Uhr, SWR2

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Sprecher: Philipp Otto, Gottfried Breitfuss, Andrea Hörnke-Trieß, Bernhardt Beyer, Mark Oliver Bögel
Ton und Technik: Claudia Peyke, Birgit Schilling, Klaus Höhnes, Viktor Gortschenkow
Regie: Hans-Peter Bögel

Sendung anhören: [hier]

"Das Knacken Deines Genicks ersparte mir ein verkorkstes Leben, wie hättest Du mir mit Deinem Gewäsch das Hirn vergiftet. Wie der schweigenden Mehrheit meiner Generation, die nicht das Glück hatte, den Vater gehenkt zu bekommen." So fällt der Journalist und Buchautor Niklas Frank sein Urteil über den eigenen Vater. Der Vater, Hans Frank, war Generalgouverneur der Nazis im besetzten Polen gewesen und wurde 1946 bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt. Sein Sohn war zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre alt. Jahrzehnte später begann er Archivaufnahmen und Zeugenbefragungen zu recherchieren. Dabei stellte er fest, dass Opportunismus, Feigheit und eine latente Gewaltbereitschaft die eigentlichen Ursachen für die Verbrechen der Nazis waren - nicht nur bei seinem Vater.

Das vom Südwestrundfunk unter der Regie von Hans-Peter Bögel produzierte Hörfunkstück wurde als ARD-Beitrag in der Kategorie Hörfunkfeature für den Prix Europa 2004 nominiert. Im Wettbewerb wurde es auf Platz 6 der zehn besten europäischen Hörfunkproduktionen gewählt.
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Bild links: Hans Michael Frank (geb. 23.05.1900 in Karlsruhe, gest. 16.10.1946 in Nürnberg) auf einer angeblichen Briefmarke des Generalgouvernements, die die Alliierten gefälscht haben, um Hitler gegen ihn aufzubringen, da nur dessen Bild auf Briefmarken erlaubt war.
Foto: wikipedia.org

 


[ SWR.de ] Nominierung zum Prix Europe
[ SWR.de ] Abstimmungs-Ergebnis

Die Erde dreht sich links herum!
Science-Fiction in der DDR

Produktion SWR2 - Sendung: 24.10.2002, 14.05 Uhr, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels - Musik: Gerold Wagner - Regie: Hans-Peter Bögel
Mit: Dr. Karsten Kruschel, Ekkehard Redlin, Rolf Krohn
Ton und Technik: Judith Rübenach, Andrea Mammitzsch
Sprecher: Patrick Blank, Andreas Szerda, Bodo Primus, Heinrich Giskes, Mélanie Fouché

Sendung anhören: [hier]

Siehe auch: [Science-Fiction in der DDR]

Proletarische Helden im Weltall, interplanetarer Klassenkampf in fernen Sonnensystemen, naive Zukunftsbilder von perfekt entwickelten kommunistischen Gesellschaftsordnungen - auch die DDR hatte ihre Utopien und ihre Science-Fiction-Literatur. Aus ideologischen Gründen nannte man sie allerdings "wissenschaftliche Phantastik". Die DDR-Verlage reagierten empfindlich auf Versuche, alternative Gesellschaftsformen zum real existierenden Sozialismus zu schildern. Trotzdem gelang es einigen Autoren vor allem in den 70er und 80er Jahren die engen Grenzen der Zensur zu umgehen. In dieser Zeit entstanden Gerd Prokops Erzählungen um den zwergwüchsigen Detektiv Timothy Truckle oder Angela und Karlheinz Steinmüllers Weltraumutopie "Andymon". Die Bücher boten nicht nur spannende Unterhaltung, sondern luden gleichzeitig ein, sich mit der Gegenwart auseinander zu setzen - in der irrealen Welt der Science-Fiction.

 

Vertrauliche Verschlusssache: I.M. Punk

Produktion: SWR2 - Sendung 04.04.2002, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten
Wiederholung: 17.08.2004, 14.05 Uhr, SWR2

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert - Mit Texten von Steffen Drenger
Redaktion: Wolfram Wessels
Sprecher: Philipp Schepmann, Gerd Andresen, Rebecca Cerda
Ton und Technik: Martin Genschel, Ute Hesse, Christiane Köhler
Regie: Eberhard Klasse

Sendung anhören: [hier]

Anfang der 80er Jahre hatte die Punkbewegung auch den Osten erreicht. Ihre Anhänger kamen aus allen Schichten, waren Kinder von Arbeitern, Künstlern, Parteifunktionären, Polizisten, Theologen. Doch gemeinsam hassten sie das angepasste Duckmäusertum, das die DDR-Gesellschaft durchzog. So gelangten Steffen Drenger (Shanghai) und René Carsten Gurcke (Snorre) aus Magdeburg ins Visier der Sicherheitsorgane. Mit rüden Punkrock-Klängen hatten sie begonnen, sich den Frust von der Seele zu schreien. VITAMIN A hieß die Band und ihre ersten Auftritte in Klubräumen und unter dem Dach der Kirche hatten ein begeistertes Publikum gefunden. Heimlich in Probekellern aufgenommene Tapes machten die Runde. Dafür wurden Shanghai und Snorre 1986 verhaftet und zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Bürgerrechtler und prominente Vertreter der Kirche intervenierten mit Erfolg: Ende 1987 mussten sie vorzeitig entlassen werden.

Fast 15 Jahre später erinnern sich Shanghai und Snorre an den Sound jener Jahre.