"Wir sind die Soldaten der Arbeitermacht"
Vom Alltag in der NVA

Produktion SWR2 - Sendung: 17.01.2006, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion. Wolfram Wessels
Mit: Hans-Joachim Maaz, Peter Tannhoff, Eckard Rebentisch, Ralf Schröder, Steffen Böttcher, Torsten Walter
Sprecher: Sebastian Kowski, Martin Leutgeb, Michael Speer, Bijan Zamani
Ton und Technik: Christiana Schneckenburger, Frank Biller
Regie: Eberhard Klasse

Bild rechts: Mittlerer Teil des "Tuches der Reservisten", welches die Soldaten der NVA bei der Verabschiedung von ihrem Truppenteil erhielten. - Foto: wikipedia.org

Sendung anhören: [hier]

Siehe auch: [Die Sprache der NVA]

 

Einberufung zur Nationalen Volksarmee in der DDR: Für viele junge Männer begann damit ein wichtiger Lebenseinschnitt, zu dem es kaum Alternativen gab. Wer den Wehrdienst verweigerte, dem drohten Freiheitsentzug und gesellschaftliche Ächtung.

In der eigenen Propaganda stellte sich die NVA als eine Armee des völlig neuen Typs dar. Im Gegensatz zu den bürgerlichen Armeen des Westens sollte ihr Alltag vom kameradschaftlichen Umgang und dem gegenseitigen Respekt zwischen ihren Angehörigen geprägt sein. Doch die Realität konfrontierte die meisten Einberufenen gleich vom ersten Tag an mit der Willkür ihrer sozialistischen Vorgesetzten. So wenig, wie von einer Rechtsstaatlichkeit im SED-Staat die Rede sein konnte, so wenig waren rechtsstaatliche Prinzipien in den Streitkräften zu finden.

Mit der Einführung der Wehrpflicht erhielt aber auch die so genannte EK-Bewegung Auftrieb, die zu einem schwerwiegenden Problem in der NVA werden sollte. Die Abkürzung EK stand für die Bezeichnung Entlassungskandidat. Gemeint waren damit die Wehrpflichtigen des letzten Diensthalbjahres. Mit der Schikanierung der neuen Rekruten gaben sie am Ende ihrer Militärzeit jene Gewalt weiter, die ihnen mit der eigenen Einberufung selbst angetan wurde.

Bild links: Das "Tuch der Reservisten", welches die Soldaten der NVA bei der Verabschiedung von ihrem Truppenteil erhielten. - Foto: wikipedia.org
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Auch der Autor musste zum Grundwehrdienst bei der NVA - hier ganz links im Bild.
Foto: privat

 

"Ich kriegte es nicht raus"
Berichte aus der Welt der Autisten

Produktion SWR2 - Sendung: 21.09.2005, SWR2 - Dschungel - 25 Minuten
Wiederholungen: 14.01.2006, 14.00 Uhr, SR2 Kulturradio / 22.08.2007, 22.05 Uhr, SWR2

Ein Hörfunkfeature von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Mit: Frank Tille, Jan Matthias Korf, Thomas Meise, Laura Engelmann, Sabine Gaevert, Gabriele Unter
Sprecher: Tobias Graupner, Caroline Junghanns , Sarah Kempin, Sebastian Schwab, Martin Weigl
Ton und Technik: Rolf Knapp, Renate Tiffert
Regie: Hans-Peter Bögel

Sendung anhören: [hier]
Collage in "Menschen - Das Magazin" 02/2006 im .pdf-Format [hier]

Siehe auch:
[Hier ab vier: Sabines neue Welt] (MDR)
[Sabines neue Welt - Eine 38jährige Autistin verlässt ihr Elternhaus]

Spätestens mit dem Film "Rain Man" rückten autistisch behinderte Menschen ins öffentliche Bewusstsein. Bis dahin war nur wenig über das Phänomen des Autismus bekannt. Der Zwang zu Ritualen, Sprachschwierigkeiten und Probleme im Umgang mit anderen Menschen sind die Kennzeichen einer autistischen Störung. Bei der extremen Form des frühkindlichen Autismus verweigern sich die Betroffenen jedem Kontakt. Oft sind sie geistig behindert. Am anderen Ende des Spektrums stehen Menschen mit Asperger Syndrom. Sie haben häufig eine überdurchschnittliche Intelligenz, sind aber dennoch in den Ritualen ihrer eigenen inneren Welt gefangen. Deshalb können sie auch die Gefühle anderer Menschen nur schwer verstehen.

Sabine, Laura, Thomas, Frank und Matthias wurden mit einer autistischen Störung geboren. In Tagebüchern, Briefen, Gesprächen und mit Hilfe der Musik versuchen sie ihre Gedanken, Gefühle und ihr Leben zu reflektieren. Dabei mischt sich immer dann Bitternis in ihre Schilderungen, wenn sie über ihre Konflikte mit einer Umwelt berichten, die außerhalb ihres "autistischen Käfigs" liegt und der sie sich wehrlos ausgeliefert fühlen.

© Foto: Sabine Gaevert

 

In die fremde Heimat

Geschichte und Vision des Hermann Blumenau

Produktion SWR2 - Sendung: 03.03.2004, SWR2 - Dschungel - 26 Minuten

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Mit: Jutta Blumenau-Niesel
Sprecher: Philipp Otto, Bodo Primus, Andreas Szerda, Andrea Hörnke-Trieß, Ronald Spiess
Ton und Technik: Judith Rübenach, Johanna Fegert

Regie: Hans-Peter Bögel

Sendung anhören: [hier]

Siehe auch: [Blumenau]

Etwa 60.000 Deutsche verlassen jährlich Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Heimat, um in Übersee ein neues Leben zu finden. Betrügerische Auswanderungsgesellschaften und Kopfgeldjäger ziehen tausenden Familien für die Überfahrt alles Geld aus der Tasche und überlassen sie dann mittellos ihrem Schicksal - ohne Kenntnisse der fremden Sprache und Kultur, ohne Aussicht auf Arbeit und ohne eine Chance auf Rückkehr. Der Apotheker und Chemiker Hermann Blumenau kennt von seinen Reisen das Problem und er will mit der Gründung spezieller Auswandererkolonien den Betroffenen helfen. Am 30.03.1846 bricht er nach Brasilien auf, um im Süden des Landes, ausgerechnet mitten im tiefsten Dschungel, eine Siedlung zu gründen. Zunächst folgen ihm nur wenige Familien. Verheerende Überschwemmungen, ständig drohende Indianerüberfälle, korrupte Regierungsvertreter, ein betrügerischer Geschäftspartner und unzuverlässige Geldgeber lassen das Projekt fast scheitern. Fast 10 Jahre vergehen, bis seine Kolonie ein Erfolg wird. Es gibt sie noch heute und sie trägt seinen Namen.

 

Radioday 4. Oktober 1993 - Sturm auf das Weiße Haus in Moskau

Produktion SWR2 - Sendung: 04.10.2003, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten

Eine Collage aus gesendeten Radiostücken von diesem Tag von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Ton und Technik: Wolfgang Rein
Regie: Thomas Gaevert

Sendung anhören
Arbeitsfassung: [hier]
Sendefassung: [hier]

Herbst 1993: Die junge russische Demokratie ist erst knapp zwei Jahre alt. Präsident Jelzin hat das Land mit radikalen wirtschaftlichen Reformen überzogen. Die Abgeordneten blockieren nach Kräften. Dann eskaliert die Situation: Am 21. September löst Jelzin per Dekret den Obersten Sowjet auf. Im Gegenzug rufen die Abgeordneten Alexander Ruzkoi, den einstigen Kampfgefährten Jelzins, zum neuen Präsidenten aus und verschanzen sich im Weißen Haus. Ruzkoi ist zum Widerstand entschlossen und hofft auf die Unterstützung der russischen Bevölkerung. Vergeblich. Für das Weiße Haus beginnen Tage der Belagerung.

Am 3. Oktober 1993 entschließt sich Ruzkoi zu einer Verzweiflungsaktion: Seine Anhänger versuchen das Fernsehzentrum in Ostankino zu erstürmen. Jelzin reagiert in den frühen Morgenstunden des 4. Oktober 1993 mit der militärischen Erstürmung des Parlaments. Gebannt folgen Radio-Hörer in aller Welt dem Gang der Ereignisse, der in diesem "Radioday" ausschließlich mit Tondokumenten von diesem Tag rekonstruiert wird.
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Bild oben: 4. Oktober 1993: russische T-80-Panzer eröffnen das Feuer auf das Moskauer Parlamentsgebäude.
Foto: © Velenguri/dpa