Kleine weiße Friedenstaube
Ein Lied und seine Schöpferin

Sendetermin: 09.03.2016, 10.05 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Erzählerin: Almut Henkel
Sprecher: Jannek Petri
Regie: Andrea Leclerque

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Manuskript im .pdf-Format: [hier]

"Kleine weiße Friedenstaube", von Kinderchor gesungen: [hier]
Noten, Text und Mitgliedskarte der Jungpioniere im .pdf-Format: [hier]

„Kleine weiße Friedenstaube“ ist eines der bekanntesten Kinderlieder aus der DDR. Es wurde vor allem in der Schule, zu unzähligen Pioniernachmittagen und zu besonderen Anlässen gesungen. Es war kein ideologisches Kampflied, dafür aber sehr leicht und einprägsam.

Seine Schöpferin ist die Pädagogin Erika Schirmer (geborene Mertke) aus Nordhausen am Harz. Es war im Jahre 1948, als sie an einem notdürftig vernagelten Schaufenster vorbeikam. Darauf klebe ein Plakat mit Pablo Picassos Friedenstaube - dem Symbol für die damals in Paris stattfindende Weltfriedenskonferenz.

Als Erika Schirmer dieses Plakat sah, fiel ihr spontan eine kleine Melodie ein. Als sie diese zum ersten Mal vor sich hinsummte, konnte sie noch nicht ahnen, wie berühmt ihr Lied einmal werden würde. Damals war die Trauer über die Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges noch frisch.

Die Sendung erzählt Erika Schirmers Geschichte.


Foto: Erika Schirmer
© (2015) Vincent Eisfeld

Vom Brockenbenno und der verlorenen Zeit
Geschichte eines Extremwanderers


Sendetermin: 02.12.2015, 10.05 und 19.20 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Regie: Günter Maurer
Redaktion: Ellinor Krogmann

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Fast jeden Tag macht sich der alte Mann auf den Weg, um „seinen“ Berg zu besteigen. Egal, ob Sonnenschein oder Schneesturm - inzwischen sind es fast 8000 Mal, die er den Gipfel bestiegen hat. Benno Schmidt heißt der mittlerweile 82jährige Extremwanderer, und der Berg, den er täglich neu besteigt, ist der Brocken im Harz.

Zu DDR-Zeiten war hier ein militärisches Sperrgebiet. Betreten verboten, hieß es 28 Jahre lang. Viele schütteln über den Brockenbenno, wie er von allen genannt wird, den Kopf: Wie kann man nur so oft auf ein und denselben Berg laufen? Möchte er so die verlorene Zeit wieder einholen?

Benno Schmidt auf dem Weg zum Brocken-Gipfel
© Thomas Gaevert

„Ich weiß nicht, woher es kommt“
Leben mit dem PWS-Syndrom

Sendetermin: 18.11.2015, 10.05 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Regie: Günter Maurer
Redaktion: Petra Mallwitz

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Seit seiner Geburt leidet der 24jährige Christopher unter einem beständigen Hungergefühl. Schon als Neugeborener fiel er durch eine ausgeprägte Muskelschwäche auf. Hinzu kommen psychische Beeinträchtigungen wie extreme Stimmungsschwankungen, unkontrollierte Wutausbrüche, das Festhalten an einer starren Zeitplanung und die Unfähigkeit, kleinste Veränderungen zu akzeptieren. All das führt immer wieder in neue Konflikte und seelische Krisen. Ursache ist eine sehr seltene Behinderung namens Prader-Willi-Syndrom. Christopher selbst ist sich seiner Behinderung bewusst. Wird er dennoch jemals ein Leben führen können, das selbstbestimmt und angstfrei ist?

Musikliste
„Was ist Nebel?“ / „Abschied“ / „Im Rapsfeld“ / „Aufbruch“
Max Berghaus
Erbsen auf halb 6 (Film, 2003)

Christopher als Baby, als Zwölfjähriger und im Alter von 24 Jahren
© Bilder: privat

Wer ist das Volk ?
Über Fremdenfeindlichkeit im Osten

Das ARD radiofeature - 55 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Erzählerin: Nele Rosetz
Sprecherin: Nadine Kettler, Hilde Kirchner, Katharina Giesbertz
Sprecher: Hendrik Pape, Johannes Wördemann
Ton und Technik: Dietmar Rötzel, Sonja Röder
Regie: Ulrich Lampen
Redaktion: Wolfram Wessels

Sendetermine

SWR 2:
Mittwoch, 23.09.2015, 22.05 Uhr

Saarländischer Rundfunk (SR 2):
Samstag, 26.09.2015, 17.04 bis 18.00 Uhr

Antenne Saar:
Samstag, 26.09.2015, 17.04 bis 18.00 Uhr

WDR 5:
Samstag, 26.09.2015, 11.05 bis 12.00 Uhr
Montag, 28.09.2015, 20.05 bis 21.00 Uhr

Bayern 2:
Samstag, 26.09.2015, 13.05 bis 14.00 Uhr
Sonntag, 27.09.2015, 21.05 bis 22.00 Uhr

HR 2:
Sonntag, 27.09.2015, 18.05 bis 19.00 Uhr

NDR Info:
Sonntag, 27.09.2015, 11.00 bis 11.55 Uhr

Radio Bremen (Nordwestradio):
Sonntag, 27.09.2015, 16.05 bis 17.00 Uhr

Wiederholungen:

Deutschlandradio Kultur:
Mittwoch, 17.02.2016, 00.05 bis 01.00 Uhr
Montag, 06.02.2017, 00.05 bis 01.00 Uhr

Download der Sendung (.mp3): [ARD]
Manuskript im .pdf-Format: [hier]

Auch in der DDR gab es dauerhaft lebende Ausländer. Vertragsarbeiter wurden sie genannt und sie kamen aus Vietnam, Mosambik, Angola und anderen Bruderländern. Doch von sozialistischer Solidarität war nicht viel zu spüren, von der eigenen Bevölkerung wurden die Migranten sorgsam abgeschottet. Kam es dennoch zu Begegnungen, gab es Vorbehalte, Diskriminierungen und Konflikte. Liegen hier die Ursachen für eine besondere Form von Fremdenfeindlichkeit, die sich durch enttäuschte Hoffnungen nach der Wende noch verstärkt hat? Welche Rolle spielt sie in der Pegida-Bewegung? Auch wenn die Demonstrationen wieder kleiner werden – die Probleme bleiben.

Foto links: Pegida-Demo Dresden 25.01.2015
Copyright: Kalispera Dell / wikipedia

Josef Wirmer war ein deutscher Jurist und Widerstandskämpfer gegen das Naziregime. Er beteiligte sich am gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 und wurde dafür am 8. September 1944 in Berlin Plötzensee hingerichtet. Von Josef Wirmer stammt der aus den Reihen des Widerstands einzige selbständige Entwurf für eine neue Nationalflagge, die ein schwarzes, golden eingefasstes Kreuz mit leicht zum Mast verschobenem Querbalken auf rotem Grund vorsah. Wirmers Entwurf einer Flagge wird heute als Widerstandssymbol von Pegida genutzt. Anton Wirmer, einer der Söhne von Josef Wirmer, äußerte sich in einem Interview entsetzt darüber und sieht darin eine Verdrehung all der Ideen, die in dieser Flagge stecken.

Foto/Copyright: Thomas Gaevert