Otze - Vom Leben und Sterben eines deutschen Punkidols

Produktion SWR2 - Sendung: 24.04.2010, 19.20 Uhr SWR2 - Dschungel - 30 Minuten
Wiederholungen:
27.08.2012, 19.20 Uhr, SWR2
28.08.2012, 10.05 Uhr, SWR2

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Mit: Anne Hahn, Bastian Biedermann
Sprecher: Robert Bester, Catharina Kottmeier, Max Ruhbaum, Falk Schuster, Konrad Singer, Berth Wesselmann
Ton und Technik: Angela Raymond, Roland Winger
Regie: Maidon Bader

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Am 23.04.2005 verstarb Punkrocklegende Dieter "Otze" Ehrlich im Alter von 41 Jahren. Mit seiner legendären Band Schleim Keim wurde er Anfang der achtziger Jahre zum Idol für viele ostdeutsche Jugendliche. Seine Lieder trafen den Nerv derjenigen, denen die Bevormundung des Staates schon lange zuwider war.

1981 traten Otze und seine Musiker zum ersten Mal unter dem Dach der Kirche in Erfurt auf. Unter dem Pseudonym "Saukerle" veröffentlichten sie wenig später ihre ersten Songs auf der im Westen erschienenen Schallplatte "DDR von unten". Doch der später als Stasi-Spitzel enttarnte Untergrundkünstler Sascha Anderson verriet die Musiker und Otze geriet bis zur Wende ins Visier der DDR-Überwachungsorgane. Doch er blieb ein Unangepasster.

In den Neunziger Jahren geriet Otze zunehmend in eine persönliche Krise. 1998 tötete er im Affekt seinen Vater und verbrachte die letzten Lebensjahre in einer psychiatrischen Anstalt. Über die wahren Umstände seines Todes ranken sich bis heute viele Gerüchte.
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Bild links: Dieter "Otze" Ehrlich starb am 23. April 2005 in einer forensischen Einrichtung. Amtliche Todesursache: Herzversagen.
Ausschnitt aus der Titelseite des Buches "Satan, kannst Du mir noch mal verzeihen?" von Anne Hahn und Frank Willmann / Ventil-Verlag

 

Sabines neue Welt

Eine 38jährige Autistin verlässt ihr Elternhaus

Produktion SWR2 - Sendung: 04.11.2009, 10.05 Uhr, SWR2 - Leben - 25 Minuten
Wiederholung: Mittwoch, 25.07.2012, 10.05 Uhr, SWR2

Eine Hörfunk-Reportage von Thomas Gaevert
Redaktion: Petra Mallwitz
Regie: Petra Meunier-Götz

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Siehe auch:
[Hier ab vier: Sabines neue Welt] (MDR) und
["Ich kriegte es nicht raus" - Bericht aus der Welt der Autisten]

 

Sabine ist 38 Jahre alt und autistisch behindert. Sie arbeitete zunächst als Reinigungskraft in einem Krankenhaus. Dort war sie den Anfeindungen ihrer Arbeitskolleginnen ausgesetzt und zog sich ins Elternhaus zurück: Von nun an erstarrte jeder Tag zum Ritual. Doch zwei Pädagoginnen erkannten Sabines Begabung. Sie halfen ihr, ein Buch über ihre ganz besondere Wahrnehmung der Welt zu schreiben.

Die Arbeit an dem Projekt ließ Sabine ins Leben zurückfinden. Sie zog in die Nachbarstadt. Besonders ihren Eltern fiel die Trennung schwer. Doch zusammen mit Freunden und Bekannten halfen sie Sabine dabei, die erste eigene Wohnung einzurichten. Doch was passiert, wenn man als Autist ganz plötzlich auf sich allein gestellt ist? Der Alltag in einer großen Stadt ist voller Veränderungen und komplexer Abläufe, die besonders für einen autistischen Menschen nicht immer zu durchschauen sind. Und jeden Tag kann man unvermutet neue Leute kennen lernen!

Seit anderthalb Jahren lebt Sabine in dieser für sie völlig neuen Welt. Die Sendung erzählt, welche Erfahrungen sie dabei machte.

© Foto: Sabine Gaevert

 

"Wie kannst du mit dieser Vergangenheit leben?"

RAF-Aussteiger in der DDR
Produktion SWR2 - Sendung: 21.10.2009, 22.05 Uhr, SWR2 Feature - 55 Minuten

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Sprecher: Markus Lerch, Bernhard Baier, Reinhold Weiser, Antonia Mohr, Elisabeth Findeis, Berit Fromme, Michael Stiller, Frank Stöckle
Ton und Technik: Rolf Knapp, Anke Schlipf
Regie: Günter Maurer

Manuskript im .pdf-Format: [hier]

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Im September 1986 strahlte das ZDF eine Dokumentation über die Baader-Meinhof-Gruppe aus. Auch jenseits der Mauer wurde die Sendung aufmerksam verfolgt und sorgte für heftige Diskussionen. So glaubten die Mitarbeiter einer Hochschule in Köthen, im Film ausgerechnet eine ihrer Arbeitskolleginnen wieder erkannt zu haben: Susanne Albrecht. Aber wie sollte die im Westen gesuchte Terroristin in die DDR gekommen sein? Kurze Zeit später verschwand die verdächtigte Kollegin. Sie sei aus familiären Gründen umgezogen, hieß es. Zurück blieben viele Fragen bei denen, die sie kannten.

Anfang der 80er-Jahre waren zehn RAF-Terroristen in die DDR eingereist. Unter ihnen befanden sich nicht nur Susanne Albrecht, sondern auch Inge Viett und Silke Maier-Witt. Mit Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit nahmen sie eine neue Identität an und begannen ein zweites Leben als DDR-Bürger. Als Gegenleistung wurden sie IMs, aus RAF-Terroristen wurden Stasi-Spitzel.
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Bild rechts: Nach der Wende wurden im Juni 1990 insgesamt zehn RAF-Aussteiger enttarnt und in Berlin, Magdeburg, Senftenberg, Frankfurt/Oder, Schwedt und Neubrandenburg verhaftet.

Foto: www.google.de /  © www.n-tv.de

Spürt hier jemand einen Killerinstinkt?

Paintball im Selbstversuch

Produktion SWR2 - Sendung: 16.09.2009, 19.20 Uhr, SWR2 - Dschungel - 25 Minuten

Eine Hörfunk-Reportage von Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Mit: Daniel Maiberg, Ronsard S. Grell
Sprecher: Volker Risch
Ton und Technik: Roland Winger
Regie: Carola Preuss

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Paintball ist ein Spiel, bei dem zwei Mannschaften versuchen, in den Besitz der Fahne des jeweils anderen Teams zu gelangen und sie zum eigenen Fahnenpunkt zu bringen. Als Spielgerät dienen so genannte Markierer, mit deren Hilfe mit Lebensmittelfarbe gefüllte Gelatinekugeln verschossen werden können. Zerplatzt eine solche Farbkugel an der Kleidung eines Gegenspielers, gilt er als markiert und muss die laufende Spielrunde verlassen.

Entstanden ist Paintball vor mehr als 20 Jahren in Amerika. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile 20.000 Spieler, die auf rund 200 Feldern und in Hallen aktiv sind. Dabei sind vom Arzt bis zum Bauarbeiter alle Berufsschichten vertreten. Die Befürworter des Spiels sagen: "Paintball ist ein Teamsport." Die Gegner argumentieren, dass hier auf Menschen geschossen wird und das Spiel Gewaltausbrüche fördern könnte. Das von der Politik nach dem Amoklauf eines Schülers in Winnenden geforderte Verbot ist vom Tisch. Doch was macht dieses Spiel denn nun wirklich aus? Weckt es tatsächlich den Killerinstinkt? Zwei Paintballneulinge wagen einen Selbstversuch.
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Bild rechts: Zwei Paintballspieler auf einem Waldspielfeld
Quelle: wikipedia.org / © H. Koch