"Irgendein Mike Oldfield neuerdings..."

Eine Vater-Sohn-Geschichte

Produktion: SWR2
Sendetermin: 10.10.2011, 19.20 Uhr, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten
Wiederholungen:
Mittwoch, 21.08.2013, 19.20 Uhr, SWR2 - Tandem
Sonntag, 17.05.2015, 19.05 Uhr, MDR Figaro

Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Interview-Partnerin: Gitta Lindemann
Sprecher: Philipp Heitmann, Sebastian Kowski, Jan Krauter
Ton und Technik: Karl-Heinz Runde, Anke Schlipf
Regie: Günter Maurer

Sendung anhören: [ARD Mediathek] oder [vimeo]
Manuskript im .pdf-Format: [hier]

Mein Sohn hat keine ausgeprägten Interessen. Er bastelt lieber am Auto, geht angeln, lässt sich von Fernsehkrimis fesseln oder von so genannten starken Sounds beschallen. Irgendein Oldfield neuerdings. Oder er baut - wie dieser Tage - einen Schaukelstuhl. Einen riesigen Riesenschaukelstuhl. Ein Unikum. Wenn der Junge sich gemächlich hin- und herwiegt, habe ich den Eindruck, ein König sitzt da, der sein kleines Reich wohlgefällig und genüsslich überschaut.

Verzweifelte Gedanken über meinen Sohn. Er scheint in der Anschauung zu leben: My home is my castle. Till - ein Zurückzieher? - Ein Aussteiger? - ... Nein, Aussteiger ist mein Sohn nicht. Dann unterscheidet er sich von einem Bekannten, der mir sagte: "Aussteiger? - Kann ich nicht sein; ich bin gar nicht erst eingestiegen."

Diese Sätze schrieb Werner Lindemann, ein bekannter DDR-Schriftsteller. Seit den 70er Jahren war er besonders als Kinderbuchautor in Erscheinung getreten. in seinen Gedichten und Geschichten beschrieb er auf feinfühlige und humorvolle Art das Familien- und Dorfleben im sozialistischen Alltag. Anfang der 80er Jahre lebt er in einem kleinen beschaulichen Dorf in Mecklenburg. Doch als sein achtzehnjähriger Sohn Till bei ihm einzieht, prallen die gegensätzlichen Ansichten zweier Generationen aufeinander. Geboren 1963, ist der Sohn ein Kind der DDR, aufgewachsen im Sozialismus. Doch die Ideale des Vaters sind ihm völlig fremd: "Der Sozialismus - eine Farce!"

Werner Lindemann überlebte den Mauerfall zwei Jahre. Als er 1992 starb, konnte er noch nicht ahnen, dass sein Sohn drei Jahre später weltberühmt werden sollte. Er ist heute Sänger der Band "Rammstein".

[Pressestimmen]


[ MDR Kultur ]

Herrlich unsterblich

Von alten und neuen Vampir-Geschichten


Produktion SWR2 - Sendung: 10.01.2011, 19.20 Uhr, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten
Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann - Regie: Maidon Bader
Mit: Stefan Eickhoff
Sprecher: Walter Renneisen, Reinhold Weiser

Bild rechts: Filmplakat des Films "Nosferatu" der Produktionsgesellschaft Prana-Film GmbH
Datum: 1922 (Uraufführung des Filmes / Insolvenz der Gesellschaft)
Quelle: wikipedia.org / Urheber- bzw. Nutzungsrechtinhaber: unbekannt

Film ansehen: [hier]

Edward Cullen ist ein echter Vampir und verzichtet auf Menschenblut. Und er beschützt ein unscheinbares Mädchen namens Bella Swan, in das er verliebt ist. Gab es so etwas jemals zuvor? Edward Cullen ist der neue Prototyp der Vampire: perfekt aussehend, ausgestattet mit dem ewigen Leben und immer auf der Seite der Guten stehend. Erfunden wurde er von der amerikanischen Schriftstellerin Stephenie Meyer. Ihr Buch "Biß zum Morgengrauen" wurde ein Bestseller und zog mehrere Fortsetzungen und Kinofilme nach sich. Wer denkt da noch an die blutrünstigen Vampire alter Schule? Zum Beispiel an den spindeldürren Vampir in Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilmklassiker "Nosferatu"? Nach dessen Premiere war das Kinopublikum geschockt und fasziniert zugleich. Fragen und Gerüchte machten die Runde: Wer ist sein Darsteller? Max Schreck? Was für ein Name! Ist er wirklich nur ein Schauspieler? Eine Spurensuche nach dem ersten berühmten Vampir der Filmgeschichte.
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Bild oben: Der Marmorsaal im Zoologischen Garten Berlin - hier abgebildet auf einer Postkarte um 1900 - war am 4. März 1922 Uraufführungsort des Filmes "Nosferatu". Der Kinostart erfolgte am 15. März 1922 im Primus-Palast.
Quelle: Verlag des Actien-Vereins des zoologischen Gartens zu Berlin / wikipedia.org

"Wird mir die Kleine wieder weggenommen?"

Geistig behinderte Eltern und ihre Kinder

Produktion SWR2 - Sendung: 04.01.2011, 10.05 Uhr, SWR2 - Leben - 25 Minuten
Wiederholung: 30.08.2013, 10.05 Uhr, SWR2 - Leben
Eine Hörfunk-Reportage von Thomas Gaevert
Redaktion: Petra Mallwitz
Regie: Andrea Leclerque

Sendung anhören: [hier]
Manuskript im .pdf-Format: [hier]

 

Geistig behinderte Menschen können nicht allein für sich selber sorgen. In vielen Lebensbereichen sind sie auf Hilfe von außen angewiesen. Doch was ist, wenn sie Eltern werden wollen? Inwieweit sind geistig behinderte Eltern in der Lage, für das Wohl ihrer Kinder zu sorgen und wo brauchen sie Hilfe? Und wie gehen Angehörige, Betreuer und schließlich auch unsere Gesellschaft mit diesem Thema um? Die Reportage berichtet aus dem Alltag von drei betroffenen Elternpaaren.

Bild links: Stefanie und Helmut aus Staßfurt mit ihrem Sohn Tim
(© Foto: Thomas Gaevert)


[ Anna-Zillken-Berufskolleg ]

"Eher regnet es Tinte..."

Der Mordfall Hagedorn und ein verbotener Film
Produktion: SWR2 - Sendung: 03.11.2010, 22:05 Uhr, SWR2 Feature - 55 Minuten

Ein Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert

Redaktion: Wolfram Wessels
Interviewpartner: Heinz Seibert, Tilmann Dähn, Friedhelm Werremeier, Heinz Behrens
Sprecher: Frank Arnold, Andreas Klaue, Anne Cathrin Buhtz, Joachim Hall, Folkert Dücker, Markus Lerch, Andrea Hörnke-Trieß, Michael Heinsohn, Sebastian Kowski Philipp Heitmann, David-Noel Grünewald, Michael Speer
Ton und Technik: Beate Böhler, Anke Schlipf
Regie: Günter Maurer

Manuskript im .pdf-Format: [hier]

Sendung anhören: [hier]

Siehe auch: [Polizeiruf 110: "Im Alter von ..."] und: [40 Jahre Polizeiruf - Eine Erfolgsstory]

 

Im September 1974 begann das DDR-Fernsehen mit der Produktion zu einer neuen Folge von "Polizeiruf 110", dem sozialistischen Gegenstück zum westdeutschen "Tatort". Es ging um Kindermord und einen homosexuellen Täter mit pädophilen Neigungen. Die Geschichte basierte auf dem Fall des Kochlehrlings Erwin Hagedorn, der einige Jahre zuvor auf grausame Weise drei Jungen aus Eberswalde umgebracht hatte und dafür zum Tode verurteilt und hingerichtet worden war. Es war das letzte in der DDR nach zivilem Strafrecht vollstreckte Todesurteil.

Die Dreharbeiten waren fast fertig, als die Produktion plötzlich abgebrochen werden musste. Der Grund: Ein bekannter Journalist und "Tatort"-Autor hatte den Fall Hagedorn recherchiert und damit im Westen große Empörung ausgelöst. Die SED-Funktionäre leugneten die Geschichte und versuchten, sämtliche Spuren zu vernichten. Obwohl die verfremdete Filmstory keine Rückschlüsse auf die realen Geschehnisse zuließ, wurde auch sie kassiert. Erst 1990 erfuhr Regisseur Heinz Seibert die Hintergründe für das plötzliche Verbot und stieß auf die Spuren seines angeblich vernichteten Films.

Foto: © DRA Potsdam-Babelsberg