Bloß weg!
Straßenkinder in Deutschland

Sendetermin: 04.04.2012, 10.05 Uhr, SWR2, Sendereihe Tandem, 25. Min.

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Petra Mallwitz
Regie: Günter Maurer

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Anja war sechzehn, als sie beschloss, ihr Zuhause zu verlassen. Dauerstress mit ihren Eltern, den vier Geschwistern - und irgendwie habe sie sich auch vernachlässigt gefühlt, erinnert sich die junge Frau heute. Anja suchte sich ihre eigene kleine Familie und fand sie in einer Gruppe von anderen Jugendlichen, die auf der Straße lebten. Irgendwann schlug sie sich bis nach Hamburg durch und lebte dort vier Jahre unter einer Brücke - zusammen mit anderen Obdachlosen.

Vorsichtige Schätzungen gehen von etwa zwanzigtausend sogenannten Straßenkindern in Deutschland aus. Die meisten von ihnen versuchen einem Druck zu entfliehen, der sich schon länger im Zusammenleben mit ihren Familien aufgebaut hat. Nicht selten sind es Gewalt, psychische Erkrankungen der Eltern oder Konflikte mit dem neuen Lebenspartner eines Elternteils, der sie von Zuhause flüchten ließ. Doch wie kann man Jugendlichen helfen, die alle Brücken in ein geregeltes Leben hinter sich abgebrochen haben?

Der Roland und der Urstromtaler
Unterwegs mit einer Regionalwährung

Produktion: D 2012, SWR2
Sendetermin: 17.02.2012, 10.05 Uhr, SWR2, Sendereihe Tandem - Relevant, 25 Min.

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Regie: Günter Maurer

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Siehe auch: [Regiogeld als Alternative zum Euro?]



Wächst in Deutschland das Interesse an Regionalwährungen? Viele Menschen zahlen mittlerweile mit "Roland", "Urstromtaler" oder "Chiemgauer". Mehr als 30 Regional-währungen gibt es inzwischen in Deutschland, und sie versprechen anders zu sein als der Euro.

Der Grundgedanke: Regionale Währungen wollen das Geldwesen wieder der Allgemeinheit zugänglich machen, indem sie mit einer eigenen, lokal begrenzten Währung einen kleinen geschlossenen Wirtschafts-kreislauf herstellen. Dadurch, dass die Währungen nur in bestimmten Gebieten kursieren, soll die Kaufkraft an die Region gebunden, Transportwege verkürzt und damit auch die Umwelt geschont werden.

Viele der Währungen sind als sogenanntes "Schwundgeld" konzipiert, denn ihre Scheine verlieren an Wert, wenn man sie nicht ausgibt. Damit sollen größere Sparanlagen verhindert werden und das Regionalgeld im Umlauf bleiben. Kann das funktionieren? Eine Reportage.

Bildquelle: www.regiogeld.de

 

 

Lizenz zur Spionage

Militärische Verbindungsmissionen im Kalten Krieg

Von Söhnke Streckel und Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Sprecher: Jürgen Franz, Horst Hildebrand, Thomas Höhne, Oliver Jacobs, Sebastian Mirow, Bernd Hahn
Ton und Technik: Daniel Senger, Judith Rübenach
Regie: Iris Drögekamp
Sendetermin: 2. November 2011, 22.05 Uhr - SWR2 - 55 Minuten

Leider konnte die Sendung am 2. November 2011 um 22.05 Uhr weder über Internet-Livestream noch über Satellit gehört werden. Sämtliche Hörfunkprogramme des SWR waren zu diesem Zeitpunkt nicht oder nur teilweise zu empfangen. Ein Ersatz-Sendetermin steht zur Zeit noch nicht fest.

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Am 24. März 1985 starteten der US-Major Arthur D. Nicholson und sein Fahrer Sgt. Jessie G. Schatz zu einer Aufklärungstour in die DDR. Als Angehörige der amerikanischen Militärverbindungsmission durften sie sich dort frei bewegen - mit Ausnahme militärischer Sperrgebiete. Der Versuch Nicholsons, ein Übungsgelände der Sowjetarmee bei Ludwigslust auszuspionieren, endete in einer Katastrophe: Ein sowjetischer Wachtposten eröffnete das Feuer auf die Amerikaner - für Major Nicholson kam jede Hilfe zu spät. Sein Tod sorgte nicht nur für diplomatische Verstimmungen zwischen den damaligen Supermächten, sondern wirft ein Schlaglicht auf die geheime Tätigkeit der militärischen Beobachter auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs.

Die Einrichtung der Verbindungsmissionen wurde 1944 beschlossen, um nach dem Krieg die reibungslose Kommunikation zwischen den alliierten Vertretern der drei Westmächte und der Sowjetunion zu gewährleisten. Im folgenden Kalten Krieg wurde aus der Kommunikation allerdings zunehmend Spionage. Und die Soldaten bekamen andere Aufgaben und Funktionen.

Das Foto zeigt zwei Angehörige der amerikanischen Militärverbindungsmission beim Einsatz.

"Irgendein Mike Oldfield neuerdings..."

Eine Vater-Sohn-Geschichte

Produktion: SWR2
Sendetermin: 10.10.2011, 19.20 Uhr, SWR2 - Dschungel - 30 Minuten
Wiederholungen:
Mittwoch, 21.08.2013, 19.20 Uhr, SWR2 - Tandem
Sonntag, 17.05.2015, 19.05 Uhr, MDR Figaro

Hörfunk-Feature von Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Interview-Partnerin: Gitta Lindemann
Sprecher: Philipp Heitmann, Sebastian Kowski, Jan Krauter
Ton und Technik: Karl-Heinz Runde, Anke Schlipf
Regie: Günter Maurer

Sendung anhören: [ARD Mediathek] oder [podcast.de]
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Mein Sohn hat keine ausgeprägten Interessen. Er bastelt lieber am Auto, geht angeln, lässt sich von Fernsehkrimis fesseln oder von so genannten starken Sounds beschallen. Irgendein Oldfield neuerdings. Oder er baut - wie dieser Tage - einen Schaukelstuhl. Einen riesigen Riesenschaukelstuhl. Ein Unikum. Wenn der Junge sich gemächlich hin- und herwiegt, habe ich den Eindruck, ein König sitzt da, der sein kleines Reich wohlgefällig und genüsslich überschaut.

Verzweifelte Gedanken über meinen Sohn. Er scheint in der Anschauung zu leben: My home is my castle. Till - ein Zurückzieher? - Ein Aussteiger? - ... Nein, Aussteiger ist mein Sohn nicht. Dann unterscheidet er sich von einem Bekannten, der mir sagte: "Aussteiger? - Kann ich nicht sein; ich bin gar nicht erst eingestiegen."

Diese Sätze schrieb Werner Lindemann, ein bekannter DDR-Schriftsteller. Seit den 70er Jahren war er besonders als Kinderbuchautor in Erscheinung getreten. in seinen Gedichten und Geschichten beschrieb er auf feinfühlige und humorvolle Art das Familien- und Dorfleben im sozialistischen Alltag. Anfang der 80er Jahre lebt er in einem kleinen beschaulichen Dorf in Mecklenburg. Doch als sein achtzehnjähriger Sohn Till bei ihm einzieht, prallen die gegensätzlichen Ansichten zweier Generationen aufeinander. Geboren 1963, ist der Sohn ein Kind der DDR, aufgewachsen im Sozialismus. Doch die Ideale des Vaters sind ihm völlig fremd: "Der Sozialismus - eine Farce!"

Werner Lindemann überlebte den Mauerfall zwei Jahre. Als er 1992 starb, konnte er noch nicht ahnen, dass sein Sohn drei Jahre später weltberühmt werden sollte. Er ist heute Sänger der Band "Rammstein".

[Pressestimmen]


[ MDR Kultur ]