Fight for Peace in Kabul
Die Geschichte des Boxers Hamid Rahimi

Sendetermin: 05.03.2014, 10.05 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten
Wiederholung: 10.08.2016, 10.05 Uhr, SWR2

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Regie: Günter Maurer


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30. Oktober 2012: für eine Nacht ist die afghanische Hauptstadt Kabul im friedlichen Ausnahmezustand. Aus Deutschland zurückgekehrt, hat der 29jährige Boxer Hamid Rahimi den allerersten Profiweltmeister-Boxkampf in Afghanistan organisiert.

Die öffentliche Anteilnahme stellt alle Erwartungen in den Schatten. "Fight for Peace" nennt er seinen Kampf. Und tatsächlich - in diesen Stunden fällt in Kabul kein einziger Schuss, nur weil die Menschen das Ereignis mitverfolgen wollen.

Vor zwanzig Jahren flüchtete Hamid Rahimi mit seinen Eltern vor dem Krieg nach Hamburg. Als Flüchtlingskind musste er dort bittere Erfahrungen machen. Nun ist er als Held an den Hindukusch zurückgekehrt und gilt dort nicht nur als sportliches Vorbild, sondern für viele Jugendliche auch als Friedensidol.

Foto: Hamid Rahimi / ©: wikipedia.org (eigenes Bild)
Internetseite des Boxers Hamid Rahimi

Einmal zum Mars und nicht mehr zurück
Ein Mann und sein Traum

Sendetermin: 22.01.2014, 10.05 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Regie: Andrea Leclerque

Foto rechts: Bas Lansdorp, M.Sc., Co-Founder & Chief Executive Officer (Netherlands)
Quelle (04/2013): wikipedia.org / Autor: Joe Arrigo

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„Das Ziel der Mission 'Mars One' ist es, im Jahr 2023 eine menschliche Siedlung auf dem Planeten Mars zu etablieren. Dieses  Projekt bietet die Möglichkeit, die Leistung einer geeinten Menschheit zu feiern.“

So lautet der Werbetext des niederländischen Unternehmers Bas Lansdorp, der in zehn Jahren vier Menschen auf dem Mars landen lassen will. Sie sollen eine Kolonie auf dem Planeten gründen, die jedes Jahr Zuwachs von vier weiteren Raumfahrern bekommt. Eine Rückkehr zur Erde wird es nicht geben. Finanziert werden soll das Projekt durch den Verkauf von Fernsehrechten: Das ganze Abenteuer soll live im Fernsehen übertragen werden. Gegen eine Gebühr von 38 Dollar kann man sich seit April 2013 mit einem Kurzvideo auf der Internetseite von Mars One bewerben. Obwohl es keine Rückkehr zur Erde geben soll, haben sich bereits tausende von Interessierten aus aller Welt gemeldet.

Einer von ihnen ist der 44jährige Stephan Günther aus Deutschland. Mit seiner Bewerbung hofft er, Teil des Projektes zu werden. Doch ist ein solches Unterfangen, sollte es in einigen Jahren tatsächlich realisierbar sein, überhaupt ethisch vertretbar? Was treibt Stephan Günther an, sein Leben auf der Erde möglicherweise für ein Weltraumabenteuer ohne Wiederkehr einzutauschen? Und was sagt Ehefrau Beate zu seiner Bewerbung?

Geplante "Mars One"-Siedlung auf dem Mars.
© (2013): www.mars-one.com

Stephan Günther gehört nach der Entscheidung von 'MarsOne' Mitte Februar 2015 nicht zum Kreis der 100 "Final-Teilnehmer".
Seine Reaktion: "Ich war enttäuscht, frustriert, wütend."
Quelle: wz-online vom 03.04.2015

Der Fall Bischofferode
Wie die Treuhandanstalt die ostdeutsche Kaliindustrie abwickelte

Sendetermin: 27.11.2013, 22.03 Uhr, SWR2 Feature - 55 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Sprecher: Volker Risch, Sebastian Schäfer, Michael Speer, Bijan Zamani
Ton und Technik: Burkhard Pitzer-Landeck, Claudia Peyke
Regie: Maria Ohmer

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Juli 1993. Die Berliner Treuhandanstalt hat entschieden, den Volkseigenen Betrieb „Kombinat Kali“ mit dem westlichen Unternehmen „Kali und Salz“ in Kassel zu fusionieren. Dabei sollen die meisten Kalibergwerke im Osten geschlossen werden. Auch der „Thomas-Müntzer-Schacht“ im thüringischen Bischofferode ist mit seinen 650 noch verbliebenen Arbeitsplätzen davon betroffen. Über 80 Jahre lang wurde hier Kalisalz abgebaut, das vor allem nach Westeuropa exportiert wurde. Für die DDR war dies eine wichtige Devisenquelle, für „Kali und Salz“ im Westen dagegen ein unliebsamer Konkurrent.

Die beabsichtigte Schließung nach der Wende läßt nun den Verdacht aufkommen, dass dieser Konkurrent zerschlagen werden soll. Doch die Thüringer Kalikumpel wollen sich diese Entscheidung nicht bieten lassen. Vierzig von ihnen treten spontan in einen Hungerstreik. Es ist das erste Mal, dass sich ostdeutsche Arbeiter gegen die flächendeckende Abwicklung ihrer Arbeitsplätze wehren. Bischofferode ist plötzlich in aller Munde und die weltweite Öffentlichkeit schaut auf einen Arbeitskampf, wie er in Deutschland noch nie geführt wurde.

© Foto : Thomas-Müntzer-Kaliverein e.V.

Überleben unter dem Hakenkreuz
Die Geschichte der Familie Klimt

Sendetermin: 25.09.2013, 10.05 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Ellinor Krogmann
Regie: Andrea Leclerque

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Elisabeth Klimt, geboren 1924, wächst zusammen mit ihren beiden Schwestern in einer niedersächsischen Gemeinde auf. Delligsen heißt die kleine gutbürgerliche Welt, in der zunächst noch alles überschaubar ist. Ihr Vater Adolf Klimt unterrichtet am hiesigen Gymnasium Mathematik. „Es war 1937“, so erinnert sich Elisabeth Klimt heute, „da kriegte mein Vater plötzlich einen Brief, dass er sich, wenn er noch weiter im Schuldienst bleiben wolle, von seiner jüdischen Frau, unserer Mutter Henny Klimt, geborene Nelke, scheiden lassen müsse.“ Als sich Adolf Klimt weigert, dieser Forderung der Nazis nachzukommen, wird er an eine kleine Mittelschule in Hasselfelde im Harz strafversetzt.

Foto (v.l.n.r.): Elisabeth, Ilse und Annemarie Klimt

 

Im neuen Lehrerkollegium findet Adolf Klimt rasche Anerkennung. Fünf Jahre nach ihrem Machtantritt betrachten die Nazis den Harz noch immer als politisch unzuverlässig. Besonders der Ort Hasselfelde galt bis 1933 als SPD-Hochburg. Doch der Druck und die Verfolgungen sind auch hier spürbar.1938 wird Adolf Klimt endgültig aus dem Schuldienst entlassen und mit Kriegsausbruch in ein Strafbataillon der Wehrmacht eingezogen. Seine Töchter, unter ihnen auch Elisabeth Klimt, besuchen inzwischen ein Gymnasium in Ahlfeld. Der hiesige Direktor hat sich schützend vor die Mädchen gestellt. Nur Ehefrau Henny Klimt bleibt mittellos im Harz zurück. Als Jüdin ist sie sich bewußt, dass sie jeden Tag mit ihrer Deportation rechnen muss. Doch einheimische Familien stellen sich schützend vor sie und versuchen mit allen Mitteln, das Schlimmste zu verhindern.

Elisabeth Klimt sammelte die Aufzeichnungen ihrer Eltern und bewahrt sie noch immer auf. Mittlerweile ist sie fast 90 Jahre alt und wenn sie heute davon erzählt, wie ihre Familie den Naziterror überleben konnte, dann sind es nicht die großen Heldengeschichten, sondern die ganz kleinen Begebenheiten über die alltägliche Zivilcourage ganz normaler Leute, die sich auch in der dunkelsten Zeit der Diktatur ihre Menschlichkeit bewahrt hatten.

Foto: Adolf und Henny Klimt

Fotos privat, mit freundlicher Genehmigung von Elisabeth Brinkmann