Lange Schatten
DDR-Grenzer, der "Mordfall Runge" und ein Prozess

Sendetermin: 28.11.2012, 22:03 Uhr, SWR2 Feature, 55 Minuten

Autoren: Thomas Gaevert / Söhnke Streckel
Redaktion: Wolfram Wessels
Sprecher: Hede Beck, Sebastian Schaefer, Christian Schmidt, Robert Atzlinger, Achim Hall, Jürg Löw
Ton und Technik: Karl-Heinz Runde, Anke Schlipf
Regie: Günter Maurer

Manuskript im .pdf-Format: [hier]

Sendung anhören: [hier]

Siehe auch: [Tödliche Grenze - Der Schütze und sein Opfer]

 

Am 8. Dezember 1979 beschlossen zwei Schüler aus Halle die Flucht aus der DDR: Heimlich verschwanden Heiko Runge und Uwe Fleischhauer von zu Hause, um sich in den Harz durchzuschlagen. Bei Sorge wollten sie über die innerdeutsche Grenze flüchten. Doch anstatt die Bundesrepublik zu erreichen, endete ihre Flucht hinter dem ersten Grenzzaun. Heiko Runge starb durch die tödlichen Schüsse zweier Grenzsoldaten.

Der tragische Vorfall war äußerst brisant und sollte vertuscht werden, denn hier ließ die DDR an ihrer Westgrenze auf die eigenen Kinder schießen. Doch trotz damals zum Schweigen gebrachter Soldaten, Angehöriger, Lehrer und Mitschüler ließen sich die langen Schatten des „Mordfalls Runge" nicht auslöschen. Mitte der 90er Jahre fanden schließlich die so genannten Mauerschützenprozesse statt. Dabei standen auch jene beiden Grenzsoldaten vor Gericht, die auf Heiko Runge geschossen hatten. Doch kann man DDR-Unrecht auf diese Weise aufarbeiten?
 

Fotos vom Tatort damals und heute
Hier versuchten Uwe Fleischhauer und Heiko Runge am 8. Dezember 1979 die innerdeutsche Grenze zu überwinden und in den Westen zu gelangen.
Fotos: BStU/Söhnke Streckel


In Sorge erinnert heute ein Grenzmuseum an die deutsch-deutsche Teilung.
Fotos: Thomas Gaevert