Eine unbequeme Archivarin
Sabine Lange und die Stasi-Spitzel im Literaturzentrum Neubrandenburg


Sendetermin: Montag, 30. Oktober 2017, 10.05 und 19.20 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Sprecher: Nikolaj Alexander Brucker, Nadine Kettler, Berth Wesselmann, Isabella Barthoff, Robert Bester, Stefan Roschi
Ton und Technik: Norbert Vossen, Johanna Fegert
Musik: "Dornenblüt" / Trio Schlüsselbund / LC 00642100 / Label: DMG
Regie: Andrea Leclerque
Redaktion: Ellinor Krogmann

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Sabine Lange, Mitarbeiterin im Hans-Fallada-Archiv in Neubrandenburg, findet bei Umzugsarbeiten Ende der 1990er Jahre Akten aus der DDR-Zeit. Sie enthüllen, wie die Stasi den Fallada-Nachlass benutzte, um Forscher und Autoren systematisch zu bespitzeln.

Unter ihnen war auch ein Doktorand aus den USA. Mehr als zehn Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit überwachten jeden seiner Schritte in der DDR. Bis heute spürt Sabine Lange die Folgen ihres Versuchs, den Skandal öffentlich zu machen.


Foto: Sabine Lange
© (2017) www,sabinelange.com

 

 

 

Mit dem eigenen Flugapparat in die Freiheit
Vierzig Jahre nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus der DDR

Sendetermin: Montag, 15. Mai 2017, 10.05 und 19.20 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Sprecher: Sebastian Schäfer, Uwe-Peter Spinner, Sebastian Röhrle
Regie: Felicitas Ott
Redaktion: Ellinor Krogmann

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Rudolf Pastor, aufgewachsen in der DDR, hatte nur einen Traum: frei zu sein! Ein erster Fluchtversuch in Richtung Westen scheiterte. Die Folge: Zwei Jahre Zwangsarbeit in Zittau. Im Sommer 1976 versuchte er es erneut mit Hilfe eines selbstgebauten Flugapparates. Doch das Unternehmen wurde verraten.


 Rudolf Pastor                                     Der selbstgebaute Flugapparat
 Fotos: © 2017 Thomas Gaevert           © 1976 Rudolf Pastor

Vierzig Jahre später begibt sich Rudolf Pastor noch einmal auf Spurensuche: Wie kam es zu dem Verrat? Was geschah mit dem Flugapparat, nachdem er von der Stasi beschlagnahmt wurde? Und hätte sein Plan wirklich funktionieren können?

Auf großer Bühne
Wie Slow Joe aus Buxtehude nach Südkorea kam

Sendetermin: Montag, 13. März 2017, 10.05 und 19.20 Uhr, SWR2 Tandem - 25 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Sprecher: Marcus Michalski
Ton und Technik: Claudia Peyke und Martin Vögele
Regie: Felicitas Ott
Redaktion: Ellinor Krogmann

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Jörn Sommer war zwei Jahre alt, als er von einem Auto angefahren wurde. Seitdem gilt er als geistig leicht behindert, er hat Sprach- und Gehstörungen.

In seiner Freizeit macht Jörn Musik. Er hat Schlagzeug und Klavier gelernt. Er hatte Gesangsunterricht und schreibt eigene Lieder. Im Sommer 2015 stand er bei einem Musikfestival in Südkorea mit anderen geistig und körperlich behinderten Musikern aus der ganzen Welt erstmals auf großer Bühne. Er riss das Publikum mit. Aber in Deutschland wurde sein Auftritt kaum wahrgenommen. War alles nur ein Traum?


Jörn sang bei seinem Auftritt in PyeongChang das Lied, das wie er selbst "Sommer“ heißt
Foto: Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea

Siehe dazu auch:
"Die Geschichte von Laila und Slow Joe"

Die Luftpiraten von Marienbad
Geschichte einer Flugzeugentführung

Sendetermin: Mittwoch, 1. Februar 2017, 22.03 Uhr, SWR2 Feature - 53 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Sprecher: Farida Shehada, Oliver Jacobs, Stefan Roschy, Sebastian Mirow, Sebastian Weber
Ton und Technik: Johanna Fegert, Andreas Völzing, Sonja Röder
Redaktion: Wolfram Wessels
Regie: Iris Drögekamp

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8. Juni 1972: Im tschechischen Marienbad startet eine kleine Passagiermaschine zu einem Inlandsflug nach Prag. Plötzlich steht ein junger Mann mit einer Pistole im Cockpit. Lubomír Adamica, 22 Jahre alt, gehört zu einer Gruppe von zehn Entführern, die eine Ausreise in den Westen erzwingen wollen. Als sich Chef-Pilot Ján Mičica zu widersetzen versucht, fällt ein Schuss. Mičica wird von einer Kugel getroffen und stirbt.



Foto: Anflug auf den Verkehrslandeplatz Weiden/Latsch in der Oberpfalz
© (2012) Leonhard Burger, Tännesberg

Ko-Pilot Ján Chrobák gelingt es schließlich, die Maschine - dem Wunsch der Entführer gemäß - über die Grenze nach Deutschland zu fliegen und bei Weiden in der Oberpfalz notzulanden. Die zehn jungen Entführer - alle im Alter zwischen 17 und 22 Jahren - werden verhaftet und zu Freiheitsstrafen zwischen 3 und 7 Jahren verurteilt. Ihre Schuld am Tod des Piloten scheint erwiesen zu sein.

40 Jahre später wird der Fall medial noch einmal neu aufgerollt. Ein zweiter Obduktionsbericht, gefunden in den Prager Geheimdienstarchiven, läßt die damaligen Ereignisse in neuem Licht erscheinen - mit überraschendem Ergebnis.


Foto (v.l.n.r.): Olga Setnická (mit Sohn David), Jaromír »Renda« Kerbl, Milan »Miláček« Trčka, Jiří »Houba« Vochomůrka, Jarek / Jaromir Dvořák, Jiří »Béďa« Beran, Alena Černá, František Hanzlík, Alena Heinzová. - Auf dem Foto fehlt Lubomír Adamica.
©: Petr Vrána / Media Archiv z.s. Prag