Tödliche Grenze - Der Schütze und sein Opfer

ZDFZeit Dokumentation, 45 Minuten

Sendetermine
Dienstag, 15.09.2015, 20.15 Uhr, ZDF
Mittwoch, 16.09.2015, 03.30 Uhr, ZDF

Mittwoch, 23.09.2015, 18.00 Uhr, zdf info
Freitag, 25.09.2015, 17.30 Uhr, zdf info
Miittwoch, 30.09.2015, 04.15 Uhr, zdf info
Mittwoch, 30.09.2015, 11.15 Uhr, zdf info
Samstag, 03.10.2015, 01.15 Uhr, zdf info

Sonntag, 08.11.2015, 20.15 Uhr, phoenix
Montag, 09.11.2015, 01.00 Uhr, phoenix
Montag, 09.11.2015, 07.30 Uhr, phoenix
Montag, 09.11.2015, 18.20 Uhr, phoenix
Sonntag, 03.04.2016, 02.00 Uhr, phoenix
Sonntag, 03.04.2016, 16.00 Uhr, phoenix
Montag, 04.04.2016, 06.00 Uhr, phoenix

Öffentliche Vorführungen:
Samstag, 13.08.2016, 18.00 Uhr, Puschkin-Kino, Halle (Saale)
siehe auch: [ MZ / Mitteldeutsche Zeitung ] vom 15.08.2016

Stabliste
Buch: Thomas Gaevert und Volker Schmidt-Sondermann
Regie: Volker Schmidt-Sondermann
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Jochen Maurer
Kamera: Alexander Hein, Stefan Urlaß
Kameraassistent: Steffen Kober
Schnitt: Olaf Frackmann
Kostüm: Alexandra Ulrich
Maske: Juliane Brummund
Ausstattung: Claudia Ulrich
Musik: Matthias Rehfeldt
Sprecher: Thomas Arnold
Szenenbild: Claudia Ulrich
Producer: Christine Haupt, IFAGE
Produzent: Andrea Haas-Blenske, IFAGE
Produktion: Caroline Marinoff
Produktionsassistenz: Claudia Seelgen
Redaktion: Stefan Mausbach
Leitung: Stefan Brauburger

Die Rollen und ihre Darsteller
Heiko Runge: Aaron Köbsch
Uwe Fleischhauer: Leon Virgenz
Karsten Wolf: Brian Völkner
Jürgen Albrecht: Paul Simon
Major Helmut Piotrowski: Frank Sieckel

DDR-Grenzsoldaten                        © Bild: Söhnke Streckel

Siehe auch: [Lange Schatten]

Im Dezember 1979 endet die Flucht von zwei fünfzehnjährigen Schülern aus der DDR zwischen den Grenzzäunen bei Sorge im Harz. Heiko Runge stirbt durch einen Schuss in den Rücken, Uwe Fleischhauer wird festgenommen. Die Stasi vertuscht den Zwischenfall. - Erstmals brechen ehemalige Grenzsoldaten ihr Schweigen und auch Uwe Fleischhauer hat sich entschlossen über die damaligen Ereignisse zu reden.

 

Vorbemerkung von Stefan Brauburger, Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte:

Wir feiern in diesem Jahr 25 Jahre deutsche Einheit. Eine ganze Generation hat die Zeit nicht mehr erlebt, in der Deutschland geteilt war, und auf welche Weise: durch Stacheldraht und Todesstreifen. Auch daran gilt es zu erinnern, an die gemeinsame, aber auch die gespaltene Geschichte, die in Einzelschicksalen besonders spürbar zum Ausdruck kommt.

Inhalt:

Am 8. Dezember 1979 beschließen zwei fünfzehnjährige Schüler aus Halle die Flucht aus der DDR. Heimlich verschwinden Heiko Runge und Uwe Fleischhauer von zu Hause, um sich in den Harz durchzuschlagen. Dort wollen sie über die innerdeutsche Grenze flüchten. Doch anstatt die Bundesrepublik zu erreichen, endet ihre Flucht zwischen den Grenzzäunen. Zwei Soldaten nehmen die Jungen unter gezieltes Feuer, so wie es von ihrem Kompaniechef, einem berüchtigten Scharfmacher, immer wieder befohlen wurde. Heiko Runge stirbt durch einen Schuss in den Rücken, Uwe Fleischhauer überlebt unverletzt und wird festgenommen.

Als die vorgesetzten Offiziere am Tatort eintreffen, um die "Grenzverletzer" persönlich in Augenschein zu nehmen, wird ihnen sofort die Brisanz dieses Vorfalls klar: Nur um die Unverletzlichkeit der Grenze zu garantieren, hat man auf zwei Jugendliche geschossen. Um einen öffentlichen Skandal, der das internationale Ansehen der DDR weiter beschädigen würde, zu verhindern, übernimmt die Stasi die Regie. Ihr Auftrag lautet, die wahren Umstände von Heiko Runges tragischem Tod zu verschleiern. Doch dazu müssen nicht nur die beiden Grenzschützen zum Schweigen gebracht werden. Es folgt ein ganzer Maßnahmenplan, der von der Stasi akribisch vorbereitet worden ist: Urkunden werden gefälscht, Akten manipuliert und Zeugenaussagen frisiert. Auch die Mutter des erschossenen Jungen wird eingeschüchtert und selbst Heikos Beerdigung muss geheim gehalten werden, um Mitschüler und Freunde auszuschließen.

Foto: Uwe Fleischhauer (Leon Virgenz) und Heiko Runge (Paul Simon) wollen aus der DDR fliehen.
© Bild: ZDF / Steffen Junghans

Bis zum Ende der DDR kamen mindestens 13 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei Fluchtversuchen an der innerdeutschen Grenze ums Leben. Heiko Runges Geschichte steht exemplarisch für diese Fälle. Doch wie war es möglich, dass aus unbescholtenen jungen DDR-Bürgern, die ihren Grundwehrdienst an der Grenze verrichten mussten, Todesschützen wurden?

Neben der Rekonstruktion der damaligen Vorgänge erkundet der Film die psychologisch-menschliche Dimension, die hinter den tragischen Ereignissen an der Grenze im Harz steht. Dabei wird deutlich: Der "Schießbefehl" allein erklärt nicht, weshalb Heiko Runge sterben musste. Viele der ehemaligen DDR-Grenzsoldaten haben den Konflikt, in dem sie sich damals als zwanzigjährige junge Männer befanden, bis heute nicht auflösen können. Die Angst, selbst schießen zu müssen, begleitete sie ständig und wurde dennoch jeden Tag aufs Neue verdrängt. Doch was ging in ihnen vor, wenn sie tatsächlich auf Flüchtlinge trafen, die im Sprachjargon der DDR als gefährliche "Grenzverletzer" galten? Was passierte, wenn die ohnehin schon angespannte Situation in den einzelnen Grenzabschnitten durch verantwortungslose Vorgesetzte und politische Scharfmacher noch zusätzlich angeheizt wurde?

Erstmals brechen ehemalige Soldaten und Offiziere der 7. Grenzkompanie Sorge das Schweigen und berichten nicht nur über ihre eigene Dienstzeit, sondern auch über die Umstände, die aus ihrer Sicht zum Tod von Heiko Runge führten. Zu den im Film zu Wort kommenden Zeitzeugen gehört auch ein Hauptfeldwebel, der – um die Flucht eines russischen Soldaten zu stoppen – wenig später selber zum Todesschützen wurde.

Auch Uwe Fleischhauer, der damals überlebende Jugendliche, hat sich entschlossen, noch einmal über die damaligen Ereignisse zu reden. Das Trauma um den tragisch gescheiterten Fluchtversuch prägt ihn bis heute. Für den Film besuchte er erstmals wieder jenen Ort, an dem sein Freund Heiko vor über drei Jahrzehnten starb.

© IFAGE FILMPRODUKTION 2014


[ ZDF ] Zitate von Zeitzeugen
[ Volksstimme ] 27.09.2014 / Dreharbeiten
[ Volksstimme ] 25.07.2015 / Vorpremiere (regional)
[ Volksstimme ] 25.07.2015 / Vorpremiere (überregional)
[ Frankfurter Rundschau ] 15.09.2015
[ Tagesspiegel Berlin ] 15.09.2015
[ Freie Presse Chemnitz ] 15.09.2015
[ unitymedia ] Programm-Hinweis
[ prisma ] Programm-Hinweis