Polizeiruf 110 "Im Alter von..."

Eine Produktion der TELEPOOL / URLASS-Film / METRIX MEDIA GmbH im Auftrag von MDR, NDR und RBB 2011 unter Verwendung des Materials des Fernsehens der DDR von 1974, mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA)

Erstausstrahlung: 23.06.2011, 20.15 Uhr, MDR
Weitere Sendetermine:
27.06.2011, 22.30 Uhr, RBB
06.01.2012, 00:20 Uhr, NDR
17.01.2012, 22.50 Uhr, MDR
19.02.2012, 00.30 Uhr, hr-fernsehen
24.05.2016, 22.50 Uhr, MDR

Ausstrahlung der Dokumentation "40 Jahre Polizeiruf 110":
23.06.2011, 21.25 Uhr, MDR
27.06.2011, 21.00 Uhr, RBB
13.12.2011, 22.05 Uhr, MDR
09.08.2015, 23.20 Uhr, 3Sat
24.05.2016, 22.00 Uhr, MDR (diese Wiederholung lief unter der Titeländerung "45 Jahre Polizeiruf - Eine Erfolgsstory" und in einer leicht von MDR-Redakteur Martin Hübner veränderten Fassung)

Team 1974
Buch und Regie: Heinz Seibert
Szenarium: Dorothea Kleine
Dramaturgie: Eberhard Görner
Kamera: Tillman Dähn
Szenenbild: Helmut Korn, Michael König, Jürgen Malitz
Regieassistenz: Ulrike Schröder, Karl-Heinz Kaiser
Schnitt: Gerti Gruner
Produktionsleitung: Anita Schulz, Heinz Beier

Darsteller und Synchronstimmen
Peter Borgelt (Oberleutnant Peter Fuchs) - Oliver Stritzel
Jürgen Frohriep (Oberleutnant Jürgen Hübner) - Andreas Schmidt-Schaller
Sigrid Göhler (Leutannt Vera Arndt) - Anneke Kim Sarnau
Stanislaw Zaczyk (Major Wegner) - Jaecki Schwarz
Wieslawa Niemyska (Jenny Gerlach) - Isabell Gerschke
Klaus Richter (Ben Gerlach) - David Weyl
Fredi Östereich (Till Hochstetter) - Gideo Finimento
Walter Lendrich (Karl Fischer) - Wolfgang Winkler
Teresa Lipowska (Ehefrau Fischer) - Marie Gruber
Heinz Behrens (Horst Reisenweber) - Jürgen Zartmann
Werner Kamenik (Herr Zander) - Horst Krause
Anneliese Müller (Wirtin) - Maria Simon
u.v.a.

Team 2011
Regie: Hans Werner
Synchronregie: Irene Timm
Musik: Rainer Oleak
Schnitt: Stefan Urlaß
Synchronregie: Irene Timm
Regieassistenz: Thomas Gaevert
Bildbearbeitung: Olaf Frackmann
Dialogschnitt: Yvonne Hautmann
Sound Design: Sebastian Schmidt
Geräuschemacher: Peter Klinkenberg
Geräuschaufnahme: Christoph Wieczorek
Sprachaufnahmen: Tino Hohndorf
Tonmischung: Olaf Mehl
Producer: Dörthe Pankowski
Redaktion MDR: Wolfgang Voigt

In Verbindung mit dem Film erfolgt die Ausstrahlung der Dokumentation "40 Jahre Polizeiruf - Eine Erfolgsstory", die unter anderem die Ereignisse um die Entstehung und das Verbot dieses Filmes in die Geschichte der Sendereihe einordnet. (Co-Autor: Thomas Gaevert)

Siehe auch: [40 Jahre Polizeiruf - Eine Erfolgsstory] und: [Eher regnet es Tinte...]

Auf einem Parkplatz an der Autobahn treffen sich nach Jahren Oberleutnant Fuchs und die Journalistin Jenny Gerlach. Fuchs war vor seiner beruflichen Versetzung viele Jahre mit der Familie Gerlach befreundet. Frau Gerlach, die ihren Mann durch einen Unfall verloren hat, sieht in ihrem 11-jährigen Sohn Ben das Ebenbild ihres Mannes. Die Freude über das unverhoffte Wiedersehen mit Peter Fuchs ist auf beiden Seiten groß.

Ben, ein aufgeweckter und sportlich talentierter Junge, entdeckt seine Sympathien für Fuchs und lädt ihn zum Schulsportfest ein, rechnet doch Ben mit einem Sieg beim Schwimmwettkampf. Nach dem Wettkampf wollen Ben und sein Freund Till baden gehen, während Fuchs und Jenny in alten Erinnerungen kramen. Till, der erst später zum Tonsee kommt, sucht seinen Freund, findet ihn aber nicht. Die sofort einsetzende Suchaktion großer Polizeikräfte endet erschütternd. Ben wird tot aufgefunden.

In großem Stil beginnt die Kriminalpolizei mit den Ermittlungsarbeiten. Fuchs wird aufgrund seines freundschaftlichen Verhältnisses zur Familie Gerlach gegen seinen Willen durch seinen Vorgesetzten von den Ermittlungen in diesem Fall ausgeschlossen. Fuchs bemüht sich, Jenny Gerlach beizustehen und versucht trotz seiner Suspendierung den Täter zu ermitteln. Die Kriminalpolizei trägt indessen - unterstützt von der Bevölkerung - wichtige Fakten zusammen. Fakten, die beweisen, dass der Mord an Ben die Tat eines pädophil-homosexuellen Täters sein muss. Als man den Täter stellen will, hat der sich selbst gerichtet.

Im September 1974 begann das DDR-Fernsehen mit der Produktion zu einer neuen Folge von "Polizeiruf 110", dem sozialistischen Gegenstück zum westdeutschen "Tatort". Es ging um Kindermord und einen homosexuellen Täter mit pädophilen Neigungen. Die Geschichte basierte auf dem Fall des Kochlehrlings Erwin Hagedorn, der einige Jahre zuvor auf grausame Weise drei Jungen aus Eberswalde umgebracht hatte und dafür zum Tode verurteilt und hingerichtet worden war. Es war das letzte in der DDR nach zivilem Strafrecht vollstreckte Todesurteil.

Die Dreharbeiten waren fast fertig, als die Produktion plötzlich abgebrochen werden musste. Der Grund: Ein bekannter Journalist und "Tatort"-Autor hatte den Fall Hagedorn recherchiert und damit im Westen große Empörung ausgelöst. Die SED-Funktionäre leugneten die Geschichte und versuchten, sämtliche Spuren zu vernichten. Obwohl die verfremdete Filmstory keine Rückschlüsse auf die realen Geschehnisse zuließ, wurde auch sie kassiert. Erst 1990 erfuhr Regisseur Heinz Seibert die Hintergründe für das plötzliche Verbot und stieß auf die Spuren seines angeblich vernichteten Films.

Bei den Recherchen zum SWR-Hörfunkfeature "Eher regnet es Tinte..." (Redaktion Wolfram Wessels, 3.11.2010, SWR2) konnte das verloren geglaubte Drehbuch zum Film wiedergefunden werden. Zeitgleich wurde im Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam (DRA) das Kameranegativ identifiziert. Da der Originalton des 1974 gedrehten Materials mit großer Wahrscheinlichkeit vernichtet wurde, musste der Film mit aktuellen Darstellern komplett neu vertont werden.

Foto (© DRA/MDR): Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska) und Peter Borgelt (Oberleutnant Peter Fuchs)

[Pressestimmen]


[ Frankfurter Allgemeine Zeitung ]
[ Stern ]
[ Süddeutsche Zeitung ]