Frauen als Beute - Wehrmacht und Prostitution
(Titel der englischen Fassung: "Women as Booty")

Produktion: D 2005, Aquino Film - WDR - Erstsendung: 12.01.2005 (ARD) - 43 Minuten

Weitere Sendungen:

23.09.2005 Canal+ (Polen)
21.03.2006, 00.00 Uhr, WDR
12.02.2007, 20.15 Uhr, Eins Festival
13.02.2007, 02.00 Uhr, Eins Festival
27.11.2007 ETV (Estland)
28.05.2008 SBS-Television (Australien)

12.05.2010, 18.00 Uhr:
Vorführung im Rahmen des Projektes "Lagerbordelle - Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern"
im Historischen Saal der VHS Bielefeld

13.12.2010, 23.40 Uhr, Discovery Historia (Polen)
20.12.2010, 22.50 Uhr, Discovery Historia (Polen)
21.12.2010, 03.50 Uhr, Discovery Historia (Polen)
07.03.2012, 16.15 Uhr, Einsfestival
12.08.2013, 09.00 Uhr, Einsfestival
05.10.2013, 08.15 Uhr, Einsfestival

Farbe + s/w, 43 Minuten - deutsche Sprachversion / 53 Minuten - englische Sprachversion
Eine Dokumentation von Thomas Gaevert und Martin Hilbert

Videos:
[Frauen als Beute (deutsch)]
[Frauen als Beute (englische Fassung)]

Über den Missbrauch von Frauen in deutschen Militärbordellen

"Die SS-Männer kamen und suchten sich die schönen Frauen aus. Sie sagten – für die Front, die Soldaten zu versorgen."

Ab 1940 war den zuständigen Behörden klar, dass es an der Front Regelungsbedarf gab: Tausende von Soldaten infizierten sich mit Geschlechtskrankheiten und standen oft über Monate der Truppe nicht zur Verfügung. Daraufhin begannen die Militärbehörden, eigene Bordelle einzurichten. Kommandanturärzte und örtliche Militärverwaltungen besorgten die Kontrolle. In Frankreich, wo mit diesen Maßnahmen begonnen wurde, übernahm die Wehrmacht bestehende Etablissements. Für viele französische Prostituierte bedeutete dies von nun an strengste Überwachung oder den Abtransport in Internierungslager. In den besetzten Gebieten Osteuropas war die Situation noch erheblich radikaler: Hier wurde zunehmend Gewalt angewendet, um Frauen für Militärbordelle aufzutreiben. Willkürliche Verhaftungen, Razzien und Deportationen dienten unter anderem dazu, den stets wachsenden Bedarf nach immer neuen Frauen zu decken. Um dem Vorwurf der  "Rassenschande" vorzubeugen, legten die deutschen Behörden etwa fest, dass Polinnen in Bordellen "Sachen" und nicht "Personen" seien. Auch in KZs wurden Frauen angeworben, unter dem zumeist falschen Versprechen damit das eigene Leben retten zu können.

Bisher gab es nur bruchstückhafte Recherchen und einige wenige Augenzeugenberichte über die Militärbordelle und die Schicksale der Frauen, die dort interniert waren. Die Opfer dieser Verbrechen haben zeitlebens versucht, das Erlebte zu verdrängen. Überlebende aus Polen und der Ukraine haben für diesen Film das Schweigen gebrochen. Sie berichten, was sie erlebt und beobachtet haben. Sie erzählen auch davon, dass der Leidensweg der Zwangsprostituierten ein besonders bitterer war. Sie fanden auch bei den eigenen Landsleuten keinerlei Hilfe – ganz im Gegenteil. Zur traditionellen Verachtung gegenüber Huren kam in den meisten Fällen noch der Verdacht der Kollaboration. Viele Frauen, die das Militärbordell überlebt haben, sind als angebliche Verräterinnen umgebracht worden. Auch deshalb stellt sich die Aufklärung ihrer Lebenswege bis heute außerordentlich schwierig dar. Als Opfer sind sie bis heute nirgends anerkannt.

Foto: Jene Frauen, die von den deutschen Besatzern zur Prostitution gezwungen wurden, traf nach dem Krieg der Hass der einheimischen Bevölkerung. Sie wurden als Verräterinnen gebrandmarkt.

Autor: Thomas Gaevert
Regie: Martin Hilbert
Redaktion: Beate Schlanstein (WDR)
Kamera: Martin Hilbert, Simon Schläger
Schnitt: Maya Raue
Ton: Jan Christoph Bieselt, Dominik Berg
Grafik: Jan Christoph Bieselt
Musik: Reinhard Schaub
Recherchen: Thomas Gaevert, Jan Banbor, Olga Braun, Peter G. Cotton, Dorothea Mikulska-Meyer, Irina Neeb, Patrycja Niewadomski, Lesia Schuhmann, Dorota Stelagowska
Sprecher: Barbara Schnitzler, Pauline Knof, Inge Schönberg, Josef Tratnik, Heinz Neumann

[Pressestimmen]


[ expatica.com ]
Vorbericht
[ Frankfurter Allgemeine Zeitung ]
[ Süddeutsche Zeitung ]
[ Funk Korrespondenz ]
[ abacho ]
[ Newsweek Polska ]
[ onet Polska ]
[ Delo Slowenia ]

Die Farce - Geschichte einer Verhaftung

Produktion: D 2001, Schiwago Film
Premiere: 13.02.2002, Palais am Fürstenwall, Magdeburg, in der Reihe "Kunst im Palais"
Farbe + s/w, 30 Minuten

Ein Film von Thomas Gaevert und Studenten der Hochschule Harz, nach Elisabeth Graul's Autobiografie "Die Farce", in Zusammenarbeit mit Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V., Hochschule Harz / FB Medieninformatik, Literaturbüro Sachsen-Anhalt, Landeszentrale für politische Bildung und Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt

Bild rechts: Titelseite der Autobiografie "Die Farce" von Elisabeth Graul
Impuls-Verlag, Magdeburg, 1991

Videos:
[Die Farce - Geschichte einer Verhaftung]
[Haftanstalt Hohenschönhausen]
[Elisabeth Graul: "In der Nacht..."]
[Hilde Benjamin, Richterin]
[MfS-Schulungsfilm "Revisor"]

Siehe auch: ["Ich brenne und ich werde immer brennen!" - Elisabeth Graul und die DDR-Vergangenheit]

Der Film erzählt die Geschichte der Schriftstellerin Elisabeth Graul, die 1951 als Mitglied einer Widerstandsgruppe gegen den totalitären DDR-Staat hinter Gitter geriet. Nach ihrer Verhaftung musste sie 7 Monate im berüchtigten Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen verbringen. Am 18. Februar 1952 kam es vor dem Obersten Gericht der DDR zum Prozess. Aufgrund von gefälschten Aussagen, erpressten Geständnissen und rüde angewandten Einschüchterungstaktiken wurde sie zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. 50 Jahre nach ihrer Verhaftung stellte sie sich den verschüttet geglaubten Erinnerungen.

Autor/Regie: Thomas Gaevert
Mit: Elisabeth Graul, Otto Kruggel, Dr. Falco Werkentin
Darsteller: Tobias Jain Denecke (Vernehmer)
Kamera und Schnitt: Alexander Beneke
Herstellungsleitung: Gunnar Juncken
Grafik: Martin Lingnau
Ton: Edgar Soldin
Musik: Gerold Wagner
Sprecher: Barbara Schnitzler, Peter Sodann

Bild rechts: Elisabeth Graul
Foto:
© www.regina-berlinghof.de

[Pressestimmen]


[ Volksstimme Magdeburg - A ]
[ Volksstimme Magdeburg - B ]


[ Monika Brudlewsky ]
[ Renate Goetz ]