Kalter Krieg im Radio
Propagandaschlachten im Nachkriegsdeutschland

Sendetermin: Mittwoch, 30. Oktober 2019, 22.03 Uhr, SWR2 Feature - 56:07 Minuten

Autor: Thomas Gaevert
Redaktion: Wolfram Wessels
Sprecher/innen: Isabella Bartdorff, Oliver Jacobs, Sebastian Mirow, Reinhold Weiser
Ton und Technik: Daniel Senger, Judith Rübenach
Regie: Iris Drögekamp

Manuskript im .pdf-Format: [hier]
Sendung anhören: [hier]

Kaum war der 2. Weltkrieg zuende, konnte man in Deutschland schon wieder Radio hören. Auf Geheiß der sowjetischen Militärregierung ging am 13. Mai 1945 der Berliner Rundfunk in der geteilten Stadt an den Start. Seine Kennung: „Hier spricht Berlin.“ Ein Jahr später folgte die amerikanische Besatzungsmacht mit dem „Rundfunk im amerikanischen Sektor“ (RIAS). Dessen Kennung: „Eine freie Stimme der freien Welt“.


Foto: Berlin West, 3. Juni 1952:
Vor dem Haus des Rundfunks in der Masurenallee: Die Engländer haben Stacheldraht um's Haus gezogen und kontrollieren die Eingänge. Jede/r vom DDR-Rundfunk darf raus, keine/r mehr rein...

Am Anfang galt die Regel, dass sich die alliierten Mächte im Radio nicht gegenseitig kritisieren sollten. Doch die Konflikte ließen nicht lange auf sich warten und der Kalte Krieg zwischen Ost und West wurde auch im Radio ausgetragen - mit viel ideologischer Propaganda und immer neuen Sendeformaten auf beiden Seiten. Erst der Mauerfall beendete dieses besondere Kapitel deutsch-deutscher Rundfunkgeschichte.

Von der Heimat der kleinen weißen Taube (Arbeitstitel)

Dokumentarfilm - geplante Länge: 30 Minuten
voraussichtliche Veröffentlichung: noch nicht bekannt

Autor/Regie: Thomas Gaevert
Animation: Hans Jörg Herrmann
Kamera/Schnitt: Stefan Urlaß
Produktion: Stefan Urlaß / urlassfilm

Trailer

DT64 – Das Jugendradio aus dem Osten 1964-1993
Eine Buchpublikation der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
mit freundlicher Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin

ISBN: 978-3-946939-29-0
Veröffentlichung: 9. Mai 2018

Autor: Thomas Gaevert

Den meisten Menschen im Osten dürfte der Jugendradiosender DT64 noch ein Begriff sein. Gegründet wurde DT64 als Begleitsendung zum Deutschlandtreffen 1964 in Ostberlin. Aufgrund seiner großen Beliebtheit entstand daraus zunächst eine tägliche Magazinsendung im Berliner Rundfunk.

Erst Mitte der achtziger Jahre wurde daraus ein eigener Jugendsender. Auch wenn sich Jugendradio DT64 zu DDR-Zeiten nicht völlig von den politischen Vorgaben der SED befreien konnte, bot der Sender doch eine frech-fröhliche Alternative zu den gleichgeschalteten Programmen des übrigen DDR-Rundfunks.

Der Grund: die Redaktion verstand sich als Begleiter und Anwalt ihrer jungen Hörer. Das mißfiel den politisch Verantwortlichen in der DDR und führte oftmals zu heftigen Auseinandersetzungen. Durch kritische Redaktionsbeiträge und eine Musikauswahl fern des üblichen Dudelfunks wurde DT64 nach dem Fall der Mauer zu einem Identifikationssymbol ostdeutscher Jugendlicher. Doch auch mit diesem Konzept war dem Sender kein langes Leben in Freiheit beschieden.

Buchumschlag im .pdf-Format: [hier]
Siehe auch: [Eure Sendung, junge Leute!]
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Buchbestellung:

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin
Schutzgebühr inklusive Versandkosten 2,- Euro